02./03.07. 2010 – ein antirassistisches Gesamtkunstwerk

Es war einiges los am vergangenen Wochenende in und um Stormarn, hier ein kleiner Erlebnisbericht:
Los ging´s am Freitag um 16h mit einer antirassistischen Demo unter dem Motto „Bargteheide bleibt bunt!“. Als, leider verspätete, Gegenreaktion auf den Aufmarsch von ca. 50 Kanisterköpfen zwei Wochen zuvor fanden sich laut (fast) übereinstimmenden Berichten der Presse und des Orga-Teams vom „Bündnis gegen Rassismus“ ca. 500-600 Menschen in Bargteheide ein um ein deutliches und wirklich sehr buntes Zeichen zu setzen, dass rassistische und faschistische Tendenzen und Strukturen in Stormarn keinen Platz haben.
Nachdem die Polizei und die Verwaltung, allen voran Bürgermeister Görtz, der sich dafür auch noch feiern lässt, es zwei Wochen zuvor leider erfolgreich verhindert haben, dass den Nasen schon unmittelbar und vor Ort die Stirn geboten werden konnte, war der Widerspruch diesmal umso grösser, deutlicher und vorallem lauter!
Um 16h startete der Demo-Zug am Bargteheider Bahnhof und ging über die Bahnhofsstrasse und Rathausstrasse zum Marktplatz. Dort fand die Zwischenkundgebung mit Redebeiträgen des Bündnisses, des AJH´s, der JuSo´s, der Ehemaligen des AJH`s, der SPD- und CDU-Fraktion, sowie der Linken statt. Trotz oder gerade wegen des Versuchs der Medien und der Verwaltung die Demo als Demo gegen Gewalt und Extremismus umzudeuten, machten bis auf die CDU alle Redner deutlich, dass es hier um den Kampf gegen Rechts geht und zumindest auf lokaler Ebene wohl keiner ernsthaft das aktuell so angesagte Spiel, Linke und Alternative mit Rechten gleichzusetzen und damit zum einen Linke zu kriminalisieren und die Problematik von rechts zu verharmlosen, mitspielen möchte. Diese Ablehnung der aktuellen Bundespolitik, was dieses Thema bertrifft, schien an diesem Tag breite Zustimmung zu bekommen und das vom gesamten Spektrum der Demoteilnehmer.
Nach der Kundgebung ging es denselben Weg zurück zum Bahnhof, wo sich die Demo peu á peu auflöste. Das war auf jeden Fall ein deutliches Zeichen in Richtung der Faschos, dass sie sich zwar gerne weiter einbilden können, dass sie in Stormarn Fuss fassen können, die Realität sieht aber anders aus. Und das bleibt auch so!

Schon am frühen Samstagmorgen ging es weiter. Das Soziale Zentrum Norderstedt bat zum „Antirassistischen Fußballturnier“. Gerade vor dem Hintergrund der fahnenschwenkenden Massen aufgrund der Fußball-WM der Männer in Südafrika ist so ein ganz anderes Fußballturnier mehr als unterstützenswert.
Gegen 11°°h kamen wir in Norderstedt an und wurden von einem lustigen, wenn auch aufgrund unseres Auftritts mit Transpi und reichlich Anhang, etwas irritierten Häuflein begrüsst.
Gegen 12°°h ging´s dann endlich auf den Rasen. Die Gruppenphase überstanden wir sowohl auf, als auch neben dem Platz, auch dank tatkräftiger, gegenseitiger Unterstützung von und für das Team von der „Roten Szene Hamburg“ mit 3 gewonnenen und einem verlorenen Spiel. Die Niederlage sprechen wir aber eindeutig einer verfehlten und verfrühten Auswechseltaktik zu.
Im Viertelfinale sollte es dann gegen das Team von THC Texas gehen, auch eine sehr spassige Truppe von blutjungen Talenten und erfahrenen Haudegen, welche sich aber schlussendlich der „Magie“ unseres Teams geschlagen geben mussten. Im Halbfinale wartete dann das Team „Jacke wie Hose“ auf uns und rang uns, auch wiedermal unserer Unkonzetriertheit nach eigenen Toren sei Dank, ein 2-2 Unentschieden in letzter Sekunde ab. Im darauffolgenden Neunmeterschiessen versagten ausgerechnet unserem sichersten Schützen bei 6. Durchgang die Nerven und wir mussten uns mit dem Spiel um Platz 3 begnügen. Dieses „kleine Finale“ überliessen wir dann unseren Supportern, welche uns dann den 4. platz sicherten, was weit über unsere Erwartungen hinausging.
An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an das SZ Norderstedt für die Orga, es war uns ein Fest.

Es war noch einiges mehr los, evtl. wird der Text auch noch ergänzt. Auf jeden Fall war dies ein sehr gutes Wochenende.